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Mit den ersten Fragen
haben sich die Besucher über die Technik unseres Schaukastens informiert
und vom Wohlergehen der ausgestellten Bienen überzeugt. Und nachdem
die Bienen hier nicht stechen können, nimmt man die Gelegenheit
wahr, die vielen kleinen Insekten genauer zu betrachten. Der Kopf
mit den Augen, Beine, Flügel, das alles wird genau studiert. Manchmal
wundert man sich aber auch: "So klein sind die Bienen?"
oder: "So groß sind die Bienen?"
Die Königin sieht
den Arbeitsbienen ähnlich, ist aber um etwa ein Viertel größer als
ihre Töchter. Vor allem der Hinterleib ist länger. Oft einmal fällt
auch ihr "Hofstaat" auf, das sind die Bienen, die gerade
um die Königin herumstehen und sie füttern und pflegen.
- Wieso
hat die Königin einen Punkt auf dem Rücken, kommt sie mit dem
schon auf die Welt?
Mit dem Punkt schlüpft
sie leider nicht aus der Zelle, den klebt ihr der Imker auf den
Rücken, um sie in der großen Menge der Bienen schneller zu finden.
- Die
Königin hat es aber gut, immer nur gefüttert werden und sonst
keine Arbeit!
Ganz so ist das nicht.
Die Hauptarbeit der Königin ist es, für den Nachwuchs zu sorgen.
In der Hochsaison des Bienenjahres, also im Mai und Juni, legt sie
pro Tag etwa 2000 Eier. Würde man diese Eier auf die Waage legen,
kommt mehr Gewicht zusammen, als die Königin wiegt. Diese Leistung
kann sie aber nur erbringen, wenn sie ständig gefüttert und gepflegt
wird. Im Frühjahr und Herbst legt die Königin natürlich weniger
Eier, im tiefen Winter hört sie ganz damit auf.
Wenn man das so genau
sagen könnte. Zumindest die Prinzen sind manchmal zu sehen, hübsche,
pummelige Drohnen, die sich zwischen den Arbeiterinnen durchdrängeln
und sich von ihnen gut versorgen lassen. Aber um ehrlich zu sein:
Könige gibt es im Volk nicht. Wenn sich die Königin - hoch in der
Luft - mit einem Drohn paart, fällt er tot auf den Boden herunter.
Insgesamt paart sich eine Königin mit etwa 18 Drohnen zum Beginn
ihres Lebens.
- Wie
entsteht denn überhaupt eine Biene?
Die Königin legt ein
Ei in die Zelle, aus diesem Ei schlüpfen nach drei Tagen winzig
kleine Maden, die von den Arbeitsbienen im Stock gefüttert werden.
Die Made frißt sehr viel, und wenn sie tüchtig gewachsen ist, verschließen
die Arbeitsbienen die Zelle mit einem Deckel. Aus der Made wird
eine Puppe, ganz ähnlich einem Schmetterling. Wenn man dann noch
einige Tage wartet, schlüpft eine fertige Biene aus.
- Wie
lang dauert es, bis eine Biene schlüpft?
Am schnellsten geht
es bei der Königin, sie ist nach 16 Tagen fertig. Arbeitsbienen
brauchen 21 Tage, die Drohnen schlüpfen nach 24 Tagen.
Drohnen, die Männchen
im Bienenvolk, unterscheiden sich von den Arbeitsbienen sehr deutlich.
Sie sind viel plumper als diese, außerdem haben sie so große Augen,
daß vom Kopf fast nichts zu sehen ist. So kleine Bienenvölkchen,
wie diese im Schaukasten, haben nur ganz selten Drohnen. Im großen
Volk richtet es sich nach der Jahreszeit. Drohnen werden dann aufgezogen,
wenn im Volk auch junge Königinnen da sind, zeitig im Frühjahr gibt
es deswegen noch keine Drohnen, später im Herbst gibt es
keine mehr. Weil Drohnen nicht zum Nahrungserwerb oder in
anderer Weise zum unmittelbaren Erhalt des Volkes beitragen, werden
sie im Spätsommer aus dem Volk gedrängt und nicht mehr gefüttert,
sie gehen deshalb zugrunde.
- Kann
man die Drohnen nicht irgendwie retten, über den Tierschutz vielleicht?
Aus menschlicher Sicht
ist dieser Vorschlag verständlich, die Bienen haben aber ihre eigenen
Gesetze. Das Abdrängen der Drohnen, die sogenannte "Drohnenschlacht",
ist biologisch festgelegt, auch die beste Hege und Pflege eines
Bienenvolkes ändert daran nichts.
- Wie
entsteht eine Königin?
Im Bienenvolk gibt
es die männlichen Drohnen und Weibchen. Die Frage, ob aus einem
weiblichen Ei eine Arbeitsbiene oder eine Königin entsteht, wird
durch die Arbeitsbienen entschieden. Normales Futter ergibt Arbeitsbienen,
ein besonderer Futtersaft bewirkt, daß die junge Made sich zu einer
Königin entwickelt. Dieser spezielle Futtersaft heißt auch "Gelée
royale", zu deutsch "königlicher Saft". Für Königinnen
werden auch besondere Zellen gebaut, die mit der Öffnung nach unten
angeordnet sind.
- Wo
kommt denn das Wachs her?
Arbeitsbienen haben
am Bauch Drüsen, die in den ersten Lebenstagen kleine Wachsplättchen
absondern. Die Bienen greifen diese Wachsplättchen mit den Kiefern,
kauen das Wachs weich und fügen es im vollkommenen Sechseckmuster
zu Waben zusammen. Bienenwachs ist also zu 100 % eine körpereigene
Substanz.
- Und
wie geht das dann mit den Kerzen?
Wenn Waben alt werden
oder auch brechen, kann man sie in heißem Wasser einschmelzen, das
Wachs läuft als gelbe Flüssigkeit zusammen. Frisch gewonnenes Wachs
hat eine schöne gelbe Farbe und einen ganz besonderen, sehr angenehmen
Geruch. Das Wachs wird zu Platten gewalzt, aus denen sich Kerzen
rollen lassen, oder es wird in Formen zu Kerzen zusammengegossen.
- Warum
schwärmen die Bienen?
Das Schwärmen der
Bienen ist der natürliche Weg zur Vermehrung bzw. Teilung von Bienenvölkern
und entspricht dem Eierlegen von Vögeln oder dem Jungewerfen von
Säugetieren. Im Mai und Juni, wenn das Bienenvolk am größten ist,
bereiten die Arbeitsbienen Königinnenzellen vor, in die die bisherige
Königin jeweils ein Ei legt. Sobald die erste dieser Königinnenzellen
gedeckelt ist, zieht bereits die alte Königin mit einem großen Teil
der Bienen in einem Schwarm aus und sucht sich eine neue Behausung,
einen hohlen Baumstamm oder dergleichen, und richtet sich dort zu
einem neuen Volk ein. Ein Teil der schlüpfenden jungen Königinnen
wird ebenfalls mit einem Schwarm ausziehen, bis das Restvolk so
klein ist, daß weitere Schwärme den Fortbestand des Stammvolkes
gefährden würden. Die jetzt noch vorhandenen Königinnen werden sich
in einem Rivalinnenkampf bekämpfen, bis nur noch eine Königin übrig
ist, diese bleibt dann als einzige Königin im Volk zurück. Die jungen
Königinnen müssen dann noch zum Hochzeitsflug ausfliegen, die Legetätigkeit
setzt ein, und das Volk kann bis zum Herbst die Stärke eines normalen
Bienenvolkes erreichen.
Im Sommer lebt eine
Arbeitsbiene nur vier bis sechs Wochen, dann hat sie sich regelrecht
zu Tode gearbeitet. Nach Putzen, Bautätigkeit, Brutpflege und Wächterdienst
im Volk hat sie sich schließlich beim Honigsammeln aufgearbeitet.
Bienen, die im Spätsommer schlüpfen, überdauern den Winter, versorgen
noch die erste Brut und sterben dann in den ersten Frühlingswochen.
Eine Königin kann drei bis vier Jahre alt werden, Drohnen sterben
bei der Paarung. Wenn sie beim Hochzeitsflug der Königin nicht zum
Zuge kommen, leben sie bis zum Spätsommer.
- Warum
stechen die Bienen?
Bienen stechen in
der Regel dann, wenn sie sich bedroht fühlen, z. B. wenn man barfuß
über eine Wiese geht und auf eine Biene tritt; dem Imker kann es
passieren, wenn er bei der Durchsicht der Völker eine Biene drückt.
Der Stachel bleibt beim Stich in der Haut hängen - wenn die Biene
wegfliegt, reißt der ganze Stachelapparat heraus, die Biene stirbt
an dieser großen Verletzung. Ein Bienenstich ist für den Menschen
oft sehr schmerzhaft, die Biene hat also ihren Zweck erreicht und
den Angreifer ganz bestimmt verjagt. Sie selbst kommt dabei zwar
ums Leben, aber die Aussicht, dafür das ganze Volk gerettet zu haben,
ist doch recht groß.
- Was
macht man bei einem Bienenstich?
Wenn der Stachel in
der Haut steckt, dringt weiterhin Gift in die Wunde ein. Das wichtigste
ist also, den Stachel möglichst schnell zu entfernen. Am einfachsten
und auch am schnellsten geht das, wenn man mit dem Fingernagel über
den Stachelapparat fährt, der Stachel reißt heraus und es kann kein
weiteres Gift nachfließen. Wenn das Pech daheim passiert, sollte
man sofort in die Küche laufen, etwas Salz auf die Stichstelle
streuen und mit Wasser ganz leicht anfeuchten, dadurch wird Wundflüssigkeit
und auch etwas Gift aus der Stichstelle herausgezogen. Im übrigen
hilft es, kühle Umschläge zu machen, ansonsten mit Geduld warten,
bis die Schwellung vergeht. Wirkliche Allergien gegen Bienengift
sind selten und bedürfen sofortiger ärztlicher Hilfe. Wer öfter
gestochen wird, wie das bei einem Imker der Fall ist, kann sich
sogar an das Bienengift gewöhnen, es tut dann noch ein kleines bißchen
weh, aber eine Anschwellung gibt es nicht mehr.
Fragen über Fragen
zum Honig
Von der Biene ist
der Weg zum Honig nicht weit, zum Thema Honig gibt es deswegen immer
besonders viele Fragen.
- Warum
sammeln die Bienen so viel Honig?
Die Bienen sammeln
Honig als Energievorrat für schlechte Zeiten. Wenn es im Sommer
einige Tage regnet oder kalt ist, müssen ja Tausende von Bienen
ernährt werden, und dazu braucht ein Bienenvolk große Vorräte. Aber
auch im Winter kann ein Bienenvolk nicht ausfliegen, erstens, weil
es zu kalt ist, zweitens wäre es unsinnig, weil nichts blüht. Auch
für diese Monate muß ein guter Vorrat angelegt werden, mit 12 -
15 kg Wintervorrat etwa muß man rechnen.
Honig hat zwei Ursprünge.
Blütenhonig entsteht aus Nektar, den die Bienen mit ihrem
Rüssel aus den Blüten saugen. Die Quelle für Waldhonig ist
"Honigtau". Honigtau ist die zuckerreiche Ausscheidung
verschiedener Pflanzensauger, die an Blättern, Rinde und Stielen
von Nadelbäumen wie Fichten und Tannen, aber auch Laubbäumen, wie
Ahornbäumen, Eichen und Linden, saugen. Die Bienen tragen diese
süßen Säfte ins Volk, geben ihn an jüngere Bienen im Stock weiter,
die den Rohstoffen Wasser entziehen und bei diesem Umarbeitungsprozeß
körpereigene Stoffe dazugeben, bis schließlich Honig daraus geworden
ist. Verschiedene Zuckeranteile, vor allem Frucht- und Traubenzucker,
sind die Energielieferanten des Honigs. Es kommen Geruchs- und Geschmacksstoffe
dazu, die Honig zu einem schmackhaften Lebensmittel machen. Fermente
und einige weitere Stoffe sind für die besonderen gesundheitlichen
Werte des Honigs ausschlaggebend.
- Wie
bringt man den Honig aus den Waben heraus?
Da Honig leicht Feuchtigkeit
aufnimmt, die Vorräte sich aber über viele Wochen halten müssen,
verschließen die Bienen die Zellen mit einem dünnen Wachsdeckel.
Diesen Wachsdeckel hebt der Imker mit einer besonders breiten Gabel
ab, in der Fachsprache heißt das "entdeckeln". Dann kommen
die Waben in eine Honigschleuder. Eine Honigschleuder funktioniert
ganz wie eine Wäscheschleuder, die Waben werden mit der Oberfläche
nach außen in einen Korb gestellt, die Schleuder dreht sich schnell
im Kreis, mit Kurbelkraft oder durch elektronischen Strom angetrieben,
und der Honig wird gegen die Wand geschleudert. Dort läuft er nach
unten, sammelt sich am Boden der Honigschleuder und läuft durch
einen Ablaßhahn heraus. Wenn die äußere Wabenseite leer ist, müssen
die Waben gewendet werden, damit auch die Innenseite leergeschleudert
werden kann. Der frische Honig tropft jetzt noch durch ein Sieb
und sammelt sich in einem Eimer - damit kann der erste Löffel Honig
bereits versucht werden.
- Wird
Honig durch die mechanische Beanspruchung beim Schleudern geschädigt?
Nein, der Schleudervorgang
hat keinerlei Einfluß auf Wert oder Qualität des Honigs.
- Auf
Honiggläsern steht manchmal der Hinweis "kaltgeschleudert".
Was bedeutet das?
Mit dem Schleudervorgang
hat dieser Hinweis nichts zu tun. Angewärmte Honigwaben könnte man
auch gar nicht schleudern, sie würden zusammensacken, so läßt Honig
sich nicht ernten. Der Begriff "kaltgeschleudert" sagt
aber etwas über die Qualität des süßen Produkts aus. Als "kaltgeschleudert"
darf Honig dann bezeichnet werden, wenn er in Bezug auf Wasseranteil
und Fermentgehalt, also hinsichtlich der Qualität, sehr viel bessere
Werte aufweist als die gesetzlichen Bestimmungen in der Honigverordnung
das vorschreiben. Der Begriff "kaltgeschleudert" soll
andeuten, daß der Honig keinen Hitzeschaden aufweist.
- Es
heißt doch immer, daß Honig so gesund sei. Wofür hilft er eigentlich?
Honig ist keine Medizin,
man bekommt ihn bei jedem Imker, muß ihn also nicht teuer in der
Apotheke kaufen. Honig ist aber schon ein besonderes Lebensmittel,
das seine Vorzüge hat! Die Zuckeranteile sind sehr gute Energielieferanten,
besonders der Traubenzuckeranteil geht sofort ins Blut über und
steht als schnell wirksamer Energiespender bereit. Fermente machen
die günstige Wirkung des Honigs bei bakteriellen Halsentzündungen,
unreiner Haut oder Hautwunden aus, eine Tatsache, die bei unseren
Vorfahren schon lange bekannt war. Im Honig sind Stoffe enthalten,
die eine Kräftigung und Erholung des Herzens ermöglichen, Honig
ist keine Herzmedizin, kann aber zu einer ausgewogenen Ernährung
beitragen. Honig enthält verschiedene Mineralstoffe, die zum Gesamternährungshaushalt
ihren Beitrag leisten können, dem geringen Anteil an Blütenpollen
wird eine unterstützende Wirkung in der Behandlung von Heuschnupfenproblemen
nachgesagt, vorausgesetzt, es handelt sich um Honig aus der allernächsten
Umgebung. Honig kann einen nervösen Magen beruhigen, manche Menschen
nehmen ihn am Abend bei Einschlafstörungen. Was man nicht vergessen
darf: Honig schmeckt sehr gut, bei Appetitlosigkeit ist Honig deswegen
einen Versuch wert.
- Da
sollte man ja viel mehr Honig essen!
Ganz bestimmt.
- Warum
wird mancher Honig fest, manche Honigsorten bleiben aber flüssig?
Die wichtigsten Zuckerarten
im Honig sind Fruchtzucker und Traubenzucker. Traubenzucker hat
ab einem bestimmten Mengenanteil im Honig die Tendenz, Kristalle
zu bilden. Traubenzuckerreiche Honige kristallisieren nach einiger
Zeit aus, dagegen läßt sich überhaupt nichts tun. Sehr traubenzuckerreiche
Honige sind insbesondere die Blütenhonige, Waldhonige mit einem
höheren Fruchtzuckeranteil bleiben oft einmal viele Monate, manchmal
auch jahrelang flüssig.
- Ist
fester Honig auch noch gesund?
Nur weil Honig auskristallisiert
oder "kandiert", wie der Imker sagt, ändert sich nichts
an der Honigqualität. Kandierter Honig ist genauso gehaltvoll und
gesund wie flüssiger Honig. Man könnte als Vergleich das Wasser
heranziehen, das es in flüssiger und kristallisierter Form als Eis
gibt - getrunken oder gelutscht, die Wirkung ist die gleiche.
- Fester
Honig ist aber ein sehr unpraktischer Honig!
Stimmt, das haben
die Imker inzwischen auch gemerkt. Aus diesem Grund passen sie sehr
genau auf, wann im Honig die ersten Kristalle entstehen. Dann machen
sie es genauso wie die Hersteller von Speiseeis. Sie rühren ihren
Honig immer wieder, damit sich keine großen Kristalle bilden können,
womit sie erreichen, daß der Honig nicht fest, sondern angenehm
weich und streichfähig wird. Cremiger Honig wird inzwischen
gerne verlangt, er ist auch sehr praktisch, weil er nicht so leicht
vom Brot läuft.
- Kann
man festen Honig wieder flüssig machen?
Im Grunde geht das
schon, aber man muß das mit viel Fingerspitzengefühl tun, weil die
gesundheitlich wertvollen Fermente sehr hitzeempfindlich sind. Im
übrigen ist das gar nicht nötig, wenn man cremige Sorten verlangt,
denn die lassen sich genauso gut verstreichen wie flüssiger Honig!
- Wieviel
Zucker darf im Honig sein?
Die Vermutung, daß
Honig gelegentlich mit normalem Haushaltszucker gestreckt wird,
entsteht, wenn sehr grob kristallisierter Honig angeboten wird.
Honig darf aber laut Gesetz keinerlei fremde Beimischungen enthalten,
auch keinen Zucker aus der Zuckertüte. Honig muß zu 100 % aus Honig
bestehen, es darf nichts zugesetzt und nichts entzogen werden. Zum
Schutz der Honigqualität wurde 1976 eine eigene Verordnung erlassen,
die sehr hohe Qualitätsforderungen stellt.
- Heutzutage
wird überall so viel gespritzt, kommt da kein Gift in den Honig?
Trotz aller Umweltbelastungen
durch Spritzmittel, Abgase usw. gehört Honig immer noch zu den saubersten
Lebensmitteln, die wir haben. Daß Honig mit Pflanzenbehandlungsmitteln
wenig in Berührung kommt, hat drei Gründe. Erstens: Die Biene
ist unter den Insekten die wichtigste Blütenbestäuberin. Kein Obstbauer
ist so dumm und spritzt seine Obstbäume während der Blütezeit mit
hochgiftigen bienengefährlichen Mitteln. Er würde damit die Bienen
töten, die Bestäubung unterbliebe, und die spätere Obsternte fiele
aus. Wo kein Gift ausgebracht wird, kann auch keines in die Blüten
gelangen, damit ist das Risiko von Gifteintrag ins Bienenvolk sehr
klein. Zweitens: Bienen sind hochempfindlich gegen Gifte
aller Art. Sofern sie beim Kontakt mit Gift nicht sofort sterben,
verlieren sie doch häufig die Orientierung und finden nicht mehr
in den Stock zurück. Wenn kein Gift in das Volk getragen wird, kann
also auch kein Gift in den Honig gelangen. Drittens: Nachdem
Bienen als Bestäuberinsekten so sehr wichtig für die Natur und für
die Blütenbestäubung in der Landwirtschaft sind, hat der Gesetzgeber
eine eigene "Bienenschutzverordnung" erlassen, die es
strikt verbietet, mit bienengefährlichen Mitteln in blühende Pflanzen
zu spritzen. Unter "blühenden Pflanzen" versteht man auch
die Pflanzen, die wir als "Unkräuter" bezeichnen, denn
für Bienen gibt es keine Unkräuter. Diese Verordnung zum Schutz
der Bienen vor Gefährdung durch Pflanzenschutzmittel ist also auch
eine Verordnung zum Schutz des Honigs!
- Honig
aus Amerika muß doch erhitzt werden, wenn er nach Deutschland
eingeführt wird, wegen der Seuchen.
Dieses Gerücht hält
sich mit aller Hartnäckigkeit, ist aber falsch. Es ist richtig,
daß in Amerika die hochansteckende und für Bienen gefährliche Amerikanische
Faulbrut sehr viel häufiger auftritt als bei uns. Der Erreger der
Amerikanischen Faulbrut findet sich auch im Honig, Auslandshonig
soll deshalb niemals an Bienen verfüttert werden, das wäre viel
zu gefährlich. Für den menschlichen Genuß ist solcher Honig aber
völlig unbedenklich, es gibt keinen Grund, warum man diesen Honig
erhitzen sollte.
- Ist
deutscher Honig besser als Auslandshonig?
Wenn man unter dem
Wort "besser" Geschmack und Aroma versteht, muß
man daran denken, daß die verschiedenen Länder der Erde auch ganz
verschiedene Pflanzen hervorbringen. Je nachdem, aus welchen Pflanzen
die Bienen ihre Vorräte eintragen, kann der Honig sein ganz besonderes
Aroma haben. Die in Deutschland erzeugten Honige haben in der Regel
ein sehr angenehmes, ausgeglichenes Aroma, einzelne Sorten wie Linden-,
Bärenklau- oder Löwenzahnhonig mit ihren besonderen Geschmacksrichtungen
finden ihre Liebhaber. Entsprechend ist es mit Honigen aus dem Ausland.
Auch dort gibt es geschmackliche Spezialitäten, vielfach mischen
die großen Honigabfüllfirmen verschiedene Sorten aber zusammen,
um ungewöhnliche Aromen etwas auszugleichen. Fragt man nach Unterschieden
in der Qualität, so muß man die hiesigen Imker oft einmal
etwas zur Vorsicht mahnen. Deutscher Honig ist nicht einfach deswegen
besser, weil er in Deutschland geerntet wurde. Die kleineren Ernten
in Deutschland ermöglichen den Bienen aber eine gute Verarbeitung
der Honige im Volk, dazu gibt es für die einheimischen Imker eine
Vielzahl von Fortbildungsmöglichkeiten, die sicherstellen, daß Honig
nur in bester Qualität angeboten wird. Grundsätzlich muß jeder Honig,
der in Deutschland verkauft wird, die gesetzlichen Normen erfüllen.
Imker, die den großen Imkerverbänden angeschlossen sind, haben die
Möglichkeit, die Gebinde dieser Verbände zu verwenden, sie dürfen
das aber nur tun, wenn sie freiwillig garantieren, daß die
Qualität sehr viel höher liegt als das Gesetz es vorschreibt.
Regelmäßige Stichproben sichern diese Ansprüche ab. Dieses Mehr
an Qualität erfordert einen besonderen Aufwand, der höhere Preis
muß natürlich auch honoriert werden.
- Wie
erkenne ich, ob Honig aus Deutschland kommt?
Die Sicherheit, Honig
aus Deutschland zu bekommen, habe ich natürlich, wenn ich bei einem
Imker in der Nähe einkaufe. Aber auch der Blick aufs Honigetikett
verrät viel: Nur wenn dort der Vermerk "Deutscher Honig"
angegeben ist, habe ich die Garantie, wirklich deutschen Honig zu
bekommen. Honiggläser ohne Angabe enthalten Honig ausländischer
Herkunft.
- Der
höhere Preis für deutschen Honig ist schon manchmal ärgerlich!
Die Honigernten sind
in Deutschland niemals so groß wie in den warmen südlichen Ländern.
Wenn es weniger Honig gibt, die Unkosten aber trotzdem hoch sind,
wird ein Produkt sicher etwas teurer sein. Dazu lassen unsere Imker
ihrem Honig wirklich die bestmögliche Pflege zukommen, damit es
mit der Qualität stimmt. Pflege kostet aber Zeit und Geld, dafür
darf der Imker auch einen gerechten Lohn fordern. Im übrigen - es
gibt gelegentlich auch ausgesprochen teuere Auslandshonige.
- Woher
weiß man, von welchen Pflanzen der Honig stammt?
Blüht rundherum der
Raps, viel Raps oder sogar ausschließlich Raps, ist anzunehmen,
daß nach Ende der Rapsblüte der Honig aus diesen Feldern stammt.
Wird nach Abschluß der Rapsblüte geschleudert, ist ziemlich sicher,
daß der Honig von diesen Pflanzen stammt. Im Lauf der Zeit kann
man durch sorgfältige Beobachtung der Blühverhältnisse viel Erfahrung
sammeln. Es zeigt sich, daß die hellen Honige aus Blütentrachten
stammen, dunkler Honig aus Waldtrachten. Blütenhonig wird außerdem
viel schneller fest als Waldhonig. Vor allem bei Blütenhonigen lassen
sich anhand des Aussehens noch weitere Unterschiede ausmachen. Rapshonig
gehört zu den hellsten Honigen, ist manchmal fast weiß und immer
mild im Aroma, Löwenzahnhonig erscheint kräftig gelb, ebenso auch
Sonnenblumenhonig, der aber viel später im Jahr anfällt. Honig aus
der Obstblüte ist hellbraun, Heidehonig bräunlich und von geleeartiger
Beschaffenheit. Die Honigsorte läßt sich aber auch durch Untersuchungen
nachweisen, denn beim Blütenbesuch tragen Bienen nicht nur Nektar,
sondern auch Pollenkörnchen nach Hause. Jede Pflanze hat eine für
sie typische Pollenform, durch eine mikroskopische Analyse läßt
sich deshalb die Sorte ganz genau nachweisen.
- Wie
bekomme ich Rapshonig, sagen Sie den Bienen, sie sollen nur in
den Raps fliegen?
Sagen kann ich den
Bienen nichts, wenn aber rundherum nur Rapsfelder blühen und der
Honig nach Abschluß der Rapsblüte entnommen wird, kann kaum etwas
anderes als Rapshonig in den Waben enthalten sein. Eine solche zeitliche
Trennung ist auch bei anderen Sorten möglich, z. B. Löwenzahn, Obstblüte,
Linde oder Heide. Wenn zu wenig Honig in den Waben ist, eine Ernte
sich also nicht rentiert, kommen mehrere Herkünfte zusammen, der
Imker wird dann ganz allgemein "Blütenhonig" ernten oder
später im Jahr "Waldhonig". Gelegentlich nutzen die Bienen
Blüten- und Waldtracht gleichzeitig, dann entsteht ein bräunlicher,
geschmacklich sehr ansprechender Honig, der als "Sommertracht"
angeboten wird.
- Warum
gibt es heuer keinen Waldhonig? Der Wald hat doch so schön geblüht.
Wenn die Nadelbäume,
insbesondere die Fichten blühen, merkt man das häufig daran, daß
der leichte Blütenstaub vom Wind durch die Luft getragen wird und
in Wasserpfützen gelbe Ränder bildet. Aber weil hier der Wind
den Blütenstaub verbreitet, müssen diese Pflanzen keinen Nektar
produzieren, um für die Bestäubung Insekten zum Pollentransport
anzulocken. Waldhonig kann also gar nicht aus den Fichten- oder
Tannenblüten stammen. Für Tannenhonig sammeln die Bienen "Honigtau"
von den Tannen, nämlich die süßen Tropfen, die dort saugende Insekten
abscheiden, und das hat mit der Waldblüte natürlich nichts zu tun.
Solchen Honigtauhonig gibt es häufiger von Fichten, Tannen und Kiefern,
aber auch von einigen Laubholzarten wie Eiche, Linde oder Ahorn.
- Wie
hebt man Honig am besten auf?
Das Glas, das täglich
auf den Tisch kommt, soll bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden,
damit der Honig streichfähig bleibt, außerdem hat kalter Honig wenig
Eigenaroma. Größere Vorräte sollte man kühl, trocken, geruchsfrei
und dunkel lagern, das Gefäß muß unbedingt gut verschließbar sein.
- Welcher
Honig schmeckt am besten?
Das ist immer eine
Sache des persönlichen Geschmackes. Allerdings sollte der Imker
für neue Honigkunden einige Ratschläge bei der Hand haben: Milder,
würziger Waldhonig schmeckt gut auf dem Frühstücksbrötchen, cremige
Blütenhonige dagegen schmelzen wie Eis auf der Zunge und sind vor
allem für Kinder geeignet, weil sie nicht so leicht vom Brot tropfen.
Wer Honig in der Küche verwendet, sollte dazu milde Blütenhonigsorten
verwenden. Für die Weihnachtslebkuchen bieten sich allerdings die
besonders kräftigen Blütenhonige an, weil sie dem Gebäck ihr besonderes
Aroma übertragen.
- Ist
Honig für die Zähne gefährlich?
Honig enthält Fermente,
die das Bakterienwachstum hemmen können. Kariesbakterien haben also
nicht unbedingt eine große Chance beim Honigverzehr. Honig ist auch
nicht verantwortlich für die Bildung von Zahnbelägen, die der Zahngesundheit
ebenfalls schaden. Man muß auch daran denken, daß der meiste Honig
zu den verschiedenen Mahlzeiten aufgenommen wird, anschließend daran
kann man Zähne putzen. Zucker ist in dieser Beziehung sehr viel
gefährlicher, denn in Form von Pralinen, Bonbons, süßen Riegeln,
Limonaden oder Kindertees kann er den ganzen Tag über und bei jeder
Gelegenheit verzehrt werden - Zähneputzen ist unterwegs oder bei
Veranstaltungen aber nicht üblich. Zucker ist in seiner Gefährlichkeit
deswegen sehr viel kritischer einzustufen als Honig.
- Ist
Honig für Zuckerkranke erlaubt?
Bei Zuckerkranken
wird infolge eines Mangels an Insulin Zucker nicht oder nur unzureichend
abgebaut, deshalb müssen Diabetiker in der Ernährung auf Zucker
zu verzichten. Da der im Honig enthaltene Traubenzucker ebenfalls
unter dieses Verbot fällt, ist Honig in der Regel für Zuckerkranke
nicht erlaubt. Gerade weil Honig so leicht verdaulich ist, kann
es zu großen Problemen kommen, wenn Diabetiker Honig essen. Jedem
Imker sei deshalb sehr zur Vorsicht geraten, wenn Diabetiker Honig
kaufen möchten - eine Ausnahmeerlaubnis kann nur der Arzt geben,
sonst niemand.
- Meine
Kinder mögen keinen Honig, weil er so kratzt!
Wenn Honig im Mund
oder im Hals kratzt, kann das zwei Ursachen haben. Sehr grob kristallisierter
Honig z. B. ist nicht angenehm zu essen, er reibt wie Sand im
Mund, solange, bis er aufgelöst ist. Hier sollte man es mit feinem
Rapshonig versuchen, auch gut gerührte kandierte Honige oder flüssige
Honige wären eine Abhilfe. Andererseits gibt es auch Honigsorten,
deren Geschmack sehr streng ist, z. B. reiner Löwenzahnhonig,
Bärenklauhonig oder Lindenhonig. Wer trotzdem Honig essen möchte,
sollte andere Sorten wählen, z.B. mild-würzigen Waldhonig, milden
Rapshonig, aber auch Blütenmischhonige aus einer Vielzahl von Blüten
bieten sich hier an.
- Soviel
Honig essen Sie? Und trotzdem sind Sie so schlank?
Auch mit Honig kann
man schlank bleiben, denn man ißt dafür ja weniger Zucker. Wer Honig
aufs Brot streicht, verzichtet auf zuckerreiche süße Marmelade oder
kalorienreiche fette Schokoladencreme. Wer seinen Tee mit Honig
süßt, spart den Zucker. Wer Honig verwendet, ißt deswegen nicht
mehr, aber sicher lebt er gesünder. Wer es aber genau wissen möchte:
20 g Honig enthalten 61 kcal (255 kJ), 20 g Zucker enthalten 79
kcal, 20 g Vollmilchschokolade bringen es auf 113 kcal (471 kJ).
- Wieviel
Honig bringt eigentlich ein Volk?
Die Honigmenge, die
ein Imker ernten kann, hängt von vielen Dingen ab. Je üppiger das
Pflanzenangebot in der Nähe ist, um so mehr werden die Bienen eintragen.
Bei schlechtem Wetter können die Bienen nichts sammeln, denn Regen
und Kälte halten sie vom Fliegen ab. Wenn wir uns an die Ernten
der letzten Jahre erinnern, so dürften die Durchschnittswerte pro
Volk in Deutschland bei 12 - 15 kg Honig jährlich liegen.
- Warum
bekommt ein Bienenvolk Zucker?
Die Bienen sammeln
den Honig als Vorrat für schlechte Zeiten. Nimmt der Imker im Spätsommer,
wenn die natürlichen Nektar- und Honigtauquellen versiegen, die
Vorräte heraus, würde das Volk verhungern, er muß den Bienen deshalb
eine Ersatznahrung anbieten. Die Bienen erhalten hierfür allerbeste
Zuckerqualität, die ihnen eine gute Energieversorgung im Winter
ermöglicht. 12 - 15 kg Zucker muß man für ein Bienenvolk rechnen,
damit es das nächste Frühjahr gut erreicht. Was die Bienen sonst
noch brauchen, wie Fette, Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine, beziehen
sie aus dem Blütenstaub; eine gute Pollenversorgung im Spätsommer
und Herbst durch das natürliche Blütenangebot ist für Bienen deshalb
genauso wichtig wie ausreichende Fütterung durch den Imker.
Mißverständnisse
Fernsehen, Zeitschriften,
Bücher, sie alle bieten Informationen über Honig, allerdings nicht
immer die besten. Mißverständnisse sind die Folge, der Imker muß
sich um Klarstellung bemühen.
- ...
und aus dem Blütenstaub wird dann der Honig gemacht!
Nein, so geht es bestimmt
nicht. Honig entsteht aus Nektar oder Honigtau, sonst nichts. Blütenstaub
sammeln die Bienen aber trotzdem, die großen, unterschiedlich gefärbten
"Pollenhöschen" an den Hinterbeinen der Sammlerinnen sind
ja nicht zu übersehen. Blütenstaub, das sind Tausende feinster Pollenkörnchen,
die das männliche Erbgut zu Befruchtung der weiblichen Anlagen in
den Blüten enthalten. Bienen sammeln allerdings erhebliche Mengen
Blütenstaub, weil er als sehr eiweiß-, vitamin- und mineralstoffreiches
Nahrungsmittel für die ältere Brut und die frisch geschlüpften Bienen
benötigt wird. Die Blütenstaubmenge, die ein Bienenvolk im Lauf
eines Jahres sammelt, ist groß, 30 - 40 kg sind üblich.
- Es
reicht doch wohl nicht, wenn die Bienen die Blüten befruchten.
Da muß wohl auch Blütenstaub dabei sein?
Die Bienen befruchten
die Blüten gewiß nicht, sie tragen aber in ihrem Pelz den Blütenstaub
von einer Blüte zur anderen und ermöglichen dadurch die Bestäubung
der Blüten, denn: männlicher Blütenstaub muß auf die Narbe übertragen
werden, also das Empfangsorgan des Blüten-Fruchtknotens, in dem
die weiblichen Eizellen ruhen, nur dann können Samen und Früchte
gebildet werden. Allerdings ist in den meisten Fällen eine Befruchtung
nur dann erfolgreich, wenn dazu Blütenstaub einer fremden Blüte,
aber der gleichen Art, übertragen wird. Dieses Transportgeschäft
übernehmen die Bienen, wenn sie in ihrem Pelz kleine Pollenkörnchen
aufnehmen und beim Flug von Blüte zu Blüte in anderen Blüten abstreifen.
Einen großen Teil des abgestreiften Pollens putzen die Bienen zwar
aus ihrem Pelz heraus und stopfen ihn in ihre "Höschen",
aber sehr viele Pollenkörnchen bleiben doch im Pelz hängen und werden
auf die Narbe übertragen. Um Insekten anzulocken, sondern Blüten
Nektar ab, Nektar ist also im Grunde ein reines Werbegeschenk, damit
Bienen kommen und den Pollentransport durchführen.
Wie wird man Imker?
Immer wieder kommen
Besucher, die sich nicht nur für Bienen interessieren, sondern mit
dem Gedanken umgehen, selbst Imker zu werden. Sie fragen dann ganz
gezielt, wie man die Sache am besten anpacken könnte.
Sofern man nicht schon
einen Imker kennt, dem man bei der Arbeit ein bißchen über die Schulter
blicken kann, findet man sicher bei einem Sonntagsspaziergang oder
durch Herumfragen in der Bekanntschaft einen Imker, der einen Neuling
gerne einmal in sein kleines Reich einlädt. Man sollte einem solchen
Fachmann öfter bei der Arbeit zusehen, selbst einmal eine Wabe in
die Hand nehmen, unbedingt auch einmal einen Stich verschmerzen,
damit man weiß, ob einem der Umgang mit Bienen wirklich gefällt,
vor allem auch, ob man Bienenstiche verträgt. Man sollte sich auch
ein oder zwei Bücher für den Anfänger besorgen, um neben der Praxis
auch die Grundlagen der Theorie zu erfahren. Damit wäre schon einmal
ein allererster Anfang gemacht.
- Woher
bekommt man Bienen?
Viele Imkervereine
schenken einem Anfänger einen Ableger, um den Start ins Imkerleben
zu erleichtern. Im Sommer empfiehlt es sich, bei der nächsten Feuerwehr
nachzufragen, die oft einmal Schwärme fangen muß und froh ist, wenn
sie dafür einen Abnehmer findet.
- Braucht
man eine Erlaubnis, um Bienen zu halten?
Nein, Bienen kann
jeder halten, ohne Frage nach Alter, Beruf, Geschlecht oder auch
Vorbildung.
- Kann
man seine Bienen überall hinstellen?
Der Standplatz für
Bienen sollte mit Überlegung gewählt werden. Bienen bevorzugen einen
sonnigen, trockenen Standort, die Fluglöcher sollten nach Möglichkeit
in Richtung Süden, Osten oder Südosten ausgerichtet sein. Eine gute
Trachtlage mit Wiesen, Obstbäumen, Rapsfeldern, Hecken und Wäldern
ist Voraussetzung für eine gute Nahrungsgrundlage unserer Völker.
Eine Wasserquelle sollte in nicht zu großer Entfernung vorhanden
sein. Dankbar sind die Bienen für Windschutz, Sonne im Frühjahr
und Halbschatten in der größten Sommerhitze. Wenn die Bienen im
Wohnbereich aufgestellt werden, ist auch an die Nachbarschaft zu
denken, ein respektvoller Abstand und vielleicht auch eine Hecke
am Zaun kann vor Problemen bewahren. Schließlich muß auch der Grundstücksbesitzer
seine Zustimmung geben, wenn man die Bienen nicht auf eigenem Grund
und Boden aufstellen kann.
Kurse für Anfänger
und auch Fortgeschrittene in der Imkerei gibt es an verschiedenen
Stellen. Die meisten Bieneninstitute bieten Lehrgänge zu verschiedenen
Themenbereichen an, Fachberater halten Kurse ab, Lehrbienenstände
bemühen sich intensiv um die Fortbildung von Anfängern und Fortgeschrittenen
in der Imkerei. Und nicht zu vergessen - inzwischen gibt es auch
immer mehr engagierte Lehrer an Schulen, die Schulkinder in die
Grundlagen der Imkerei einführen.
Das war sicher
nicht alles
Nein, das waren sicher
nicht alle Fragen - wer schon einmal bei einer Veranstaltung Rede
und Antwort stehen mußte, weiß, daß die menschlichen Gedanken oftmals
seltsame Wege gehen, wenn es um die Bienen geht. Deshalb noch ein
guter Rat zum Schluß: ein gutes Bienenbuch von Zeit zu Zeit aufgeschlagen
hilft, das eigene Wissen zu festigen und zu erweitern. Wenn dann
allerdings jemand vermutet (wie in der Tat geschehen): "Ach,
halten Sie die Bienen jetzt schon im Aquarium?", dann allerdings,
ja dann ist guter Rat teuer, auch das dickste Bienenbuch hilft dann
nicht mehr weiter.
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